Materialbasis

Das Herzstück des Materials für das Jaundeutsche Wörterbuch bildet einerseits die von Dr. Karl Stucki verfasste wissenschaftliche Beschreibung der Lautlehre und Flexion dieser Mundart mit dem Titel "Die Mundart von Jaun im Kanton Freiburg", andererseits die im Sprachatlas der deutschen Schweiz enthaltene Materialsammlung im Kanton Freiburg aus den Jahren 1953-1956.  Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Materialsammlung bildet die reichhaltige Wörtersammlung, die Eduard Buchs zum Teil in handschriftlicher Form während mehreren Jahren im Zusammenhang mit den beiden im 1982 und 1985 im Wochenblatt "Echo vom Jauntal" publizierten Mundart-Wettbewerben angelegt hatte. Im weiteren wird die recht spärliche Jauner Mundartliteratur  ausgezogen, die auf der Seite Literatur aufgelistet ist.


Aus diesem Material werden alle Wörter, die dem Autor in irgendeiner Form Probleme bieten,  ortsansässigen Gewährspersonen in Form von Fragebogen zur Beurteilung unterbreitet.  Zum Kreis dieser Gewährleute gehören insgesamt sieben jüngeren und älteren ortsansässige Personen, die in Jaun bzw. Im Fang aufgewachsen sind und nicht während längerer Zeit auswärts gewohnt haben.


Auf diese Weise wird sichergestellt, dass diese Begutachter zweifelsfrei als Sprecher bzw. Sprecherinnen des Ortsdialektes gelten.

 

Die Namen der Gewährspersonen finden Sie hier.

Jùutütsch

 

Textproben aus dem Mundart-Wettbewerb 1982 im "Echo vom Jauntal":

 

  • Ds ludermets verschriisse.
    (in tausend Stücke zerreissen)
  • D Schlònga hìigì rächt pfuufet.
    (Die Schlage habe ziemlich gefaut.)
  • Früer häpmù mengesch mìt ema
    tsìlìga Lüöndlì tagwonnet.
    (Früher hat man of für einen
    kleinen Taglohn gearbeitet.)
  • Är häpmù mìt em Biù gsteckt.
    (Er hat mit der Axt drauf los
    geschlagen.)
  • A Grìnt prìicht.
    (An den Kopf getroffen.)
  • Dù ìsch a tùma Tätsch.
    (Du bist eine naive Frau.)
  • Wäge de Breeme tùt ds Via bisne.
    (Wegen den Bremsen ist das
    Vieh unruhig.)
  • Iech hon a Tǜibì koo.
    (Ich habe eine Wut gehabt.)
  • As hät a kìi Gredì.
    (Es ist über alles Mass.)