Texte

„Der reserviirt Platz“

Aus ‚Schweizer Schule’, Nr. 19, 1964, von Hans Nydegger
(Transkription von Leo Buchs)

Ds Jùu hät amau ò as aarms Mòndlì a Sùppa a Bìtz ds hìissì gässe u muess dù vùr Grìcht.

Si hìi na verchnùret, un är hät mǜsse psale. Wa dù dee dr Hòndel fertig gsy ìsch ù dì Hiere si ga  Zaaben ässe ì ds Wǜrtshuus, ja, da hät är gìng gùgget ù gùgget, was sì eppa gòngì, ì weli Stùba yy.
Un är ìsch gìng schücha hìndernahì ga passe. Är ìsch ìn an Egge y gsässe ù hät as Paggelì pschteut. Ù hät da gònz stìù fùr sìch här tǜipelet. Baud dernóó sìit ìina va de Grìchtshiere zuemù: Na, Tonderwätter, Tschorschì, sìisch de dù hüt nüüt? Ver was bìsch tù a sua stìlla?“ „He, iech säge net vǜu, iech wìiss warum; aber wǜsse tieten ì schua eppes.“„He, so sägs doch nùmme!“ „Nìi, nìi, iech tarfs nìt säge, süscht chiemìnì grad umhì gschtrááfta.“ „Nìi, nìi, wir wì dì gwüss nìd strááfe, sägs nùme.“
"Äbe, ja, wen er mì nìt tǜt strááfe, so wotìs säge: - Iech ho nächtì trǜimelet, iech sigì gstuerbe ù sigì ì d Höu chua. Pots Tonder, as häärdegs Vouch ìschta da gsi va Gstuerbene, ù niena a kìis Plätzlì fer chöne tsìze. Iech bì dì gònzì Zyt dur d Höll hìnderschì ù ho gìng gùgget u gìng gùgget, ob iech ächt niena as Stüelì gsiegì. Apärdi, gònz ds hinderescht hinderna, grad näbem aute Tüüfù zùhì, ìsch no asun a Hocker gsy. Ù wan iech grad ho wele druuf sìtze – da brüelet der alt Tüüfù grad, was er hät möge, Nìt, nìt, der Tonder nìt! Dä Platz ìsch fern a Statthauter va Jùu grǜschteta.“

 

 

Weitere Texte zum lesen und hören sind auch im Wikipedia-Eintrag zu finden.

Einer davon ist D Wätterhäx va Jùu. Jetzt gleich hören.

 

Jùutütsch

 

Ìsch waar?

Redebegleitende Wörter sind für ein funktionierendes Gespräch von grosser Bedeutung. Auch im Jùutüsch finden sich entsprechende Ausrücke. Da lässt der Zuhörer in einem Gespräch hie und da ein „gùgg ìze“ einfliessen. Und hie und da fragt man „Ìsch waar?“. Und natürlich hört man auch das „jööö“, oder sogar noch das „schügg äbe“, jener Laut der Rührung, der gern von Frauenseite geäussert wird. Ebenso beliebt ist der Ausdruck „gälled“ und „gaú nùme“.

Von besonderem Wert ist das „moú“. Es dient der Bejahung oder Verstärkung einer Aussage. Man hört es nicht selten während eines Telefongesprächs. Um der Aussage noch zusätzlich Gewicht zu verleihen, verdoppelt man und sagt: „moú-moú“ oder „ja-jaa“ . Das ist immer auch ein Signal des Gesprächspartners, mit dem Bericht fortzufahren.
Nicht selten sind zur Einleitung einer Aussage Redepartikel wie „äbe“ zu hören. So sagt etwa ein Nachbar zum anderen: „Äbe, dù wìisch doch, dass wer am Sùnnteg zäme z päärg goo“. Dieser nickt. Und dann geht man wieder seines Weges.

Leo Buchs