Literatur

Das Verzeichnis der Jaundeutschen Mundartliteratur ist recht kurz. Da sich die Autoren bis anhin nicht auf den im "Leitfaden zur Schreibung der Schweizerdeutschen Dialekte" (Verfasser: Eugen Dieth, überarbeitet von Christian Schmid) enthaltenen Richtlinien abgestützt haben, und auch die im Jahre 1963 von der Deutschfreiburgischen Arbeitsgemeinschaft herausgegebenen Vorgaben für die Schreibung der Deutschfreiburgischen Mundarten nicht beachtet wurden,  muss die Qualität der vorhandenen, spärlichen Literatur bezüglich Schreibung als unzureichend bezeichnet werden. Vereinzelte  Texte sind vor Kurzem in der heute gültigen Schreibung transkribiert worden.

 

Literaturverzeichnis (unvollständig):

 

  • Stucki, Karl, Dr., Der Vokalismus der Mundart von Jaun, Inaugural-Dissertation Universität Zürich, 1916
  • Stucki Karl, Dr., Die Mundart von Jaun, Lautlehre und Flexion, Verlag Huber & Co, Frauenfeld, 1917
  • Cottier Johann (Gässler's Johanni), Im Jouländli, Eigenverlag, Erscheinungsjahr unbekannt
  • Cottier Johann (Gässler's Johanni), Ùs em Jouländli.
  • Cottier Johann (Gässler's Johanni), Jounerlied. In: Jaunertag 1966 (Festschrift)
  • Cottier Johann (Gässler's Johanni), Z' Tristal. In: Freiburger Walliserkalender 1914
  • Jaundeutsche Geschichten, gelesen von Werner Schuwey, Kasette, Hrsg. Didaktisches Zentrum Freiburg, 1985
  • Thürler Athanas, Die Hexe von Jaun. In: Freiburger Nachrichten, 23.8.1978
  • Thürler Athanas, Verzeichnis der Flurnamen von Jaun, 1984 (unveröffentlicht)
  • Buchs Eduard, Mundart-Wettbewerb, Echo vom Jauntal, 1982 und 1985
  • Thürler Leonhard, Di verhäxeti Chrotta. In Buchs E., Auf den Spuren der Jauner in fremden Diensten, Eigenverlag, 2002
  • Deutschfreiburger Heimatkundeverein, Hrsg., Jaun im Greyerzerland, diverse Beiträge, 198

  • Buchs Leo, Früer ìsch mengs gònz òndersch gsyy. Förderverein Jaundeutsch, 1. Auflage 2017

Jùutütsch

 

Wì gìits?

Höflichkeit prägt auch die Begrüssungsszene im Jùulendlì. Beispiel: Zwei Jauner – nicht mehr die jüngsten – kommen aufeinander zu, verlangsamen den Schritt und bleiben stehen. Relativ schnell fällt die mundartliche Wendung „Wì gìits dr?“. Bedeutung: Bist du in guter gesundheitlicher Verfassung? Man erkundigt sich, wie sich der andere fühlt: „Bìsch zwääg?“ Wörtlich ins Schriftdeutsche übertragen: „Bist du zuwege“? Dieser schöne Ausdruck erinnert noch an Zeiten, als sich die Menschen gemeinsam aufmachten zu besonderen Zielen. Das hat sich in diesem Ausdruck lebendig erhalten.

Als Antwort folgt nun entweder der Hinweis, „as gìit“, und bedeutet, dass man sich heute gut fühlt, oder der Hinweis „as gìit a sua“, und heisst, dass man sich gerade nicht so gut fühlt. Weitere Erklärungen werden vom Gegenüber nicht erwartet, denn längere Aussagen über gesundheitliche Probleme macht ein Jauner von sich aus nicht. Das war’s dann auch schon. Man verabschiedet sich mit einem kurzen „adüe“. Zwei Menschen in Jaun gehen wieder ihren eigenen Weg…

Leo Buchs