Aussprache

Die Aussprache der Jaundeutschen Mundart unterscheidet sich stark von den benachbarten Mundarten im Sensebezirk und im Simmental. Dr. K. Stucki beschreibt diese in seiner Dissertation "Der Vokalismus der Mundart von Jaun..." unter anderem wie folgt: "Die Zungenartikulation der Mundart von Jaun ist äusserst schlaff. Dies ergibt allgemein eine undeutliche Sprechweise und hat im besonderen Neigung zur Diphthongierung (= Doppelvokale wie ei, au, eu)...[...] Die Kieferöffnung ist von Individuum zu Individuum verschieden, teilweise sehr gering, besonders bei Männern....."

 

Merkmale, welche die jaundeutsche Aussprache prägen, sind unter anderem:
- Die Vokale werden fast ausschliesslich offen und/oder verdumpft  ausgesprochen (Bsp. Trùmpf).
- Die Nasalierung der Vokale ist ein weiteres prägendes Merkmal (Bsp. Egsòòme).
- Auffallend ist die Vielzahl der Wörter  mit auslautendem, offenem a (Bsp. Chaza, Naasa, Wäärza), jene mit offenem i (Bsp.  hìne, trììsche, fììschter) sowie mit offenem ö (Bsp. Fǜchs, rǜtsche, n
ǜsche).


Dies sind einige der Aussprachemerkmale, die Auswärtigen und Zuzügern  grosse Mühe bereiten, sich diese Mundart anzueignen.

Von besonderem Interesse dazu ist die Untersuchung von Marie-José Kolly. Mehr dazu hier.

Jùutütsch

 

Beipiele zur Aussprache:

 

  • Chaza (Katze)
  • Naasa (Nase)
  • stäärbe (sterben)
  • Wäärza (Warze)
  • Beech (Bänke)
  • treeche (tränken)
  • Yse (Eisen)
  • gygge (knarren)
  • Yfart (Einfahrt)
  • Ysch (Eis)
  • Blyy (Blei)
  • Schlìtte (Schlitten)
  • hìne (heute abend)
  • wìgge (kreischen)
  • Zììs (Zins)
  • Sìì (Sinn)
  • trììche (trinken)
  • gònz (ganz)
  • Hòmmer (Hammer)
  • Hònd (Hand)
  • Egsòòme (Examen)
  • gòò (gehen)
  • Òòche (Butter)
  • Tòòna (Tanne)
  • ù (und)
  • Ìgù (Igel)
  • Mùssarda ("Kilbisenf")
  • tùùche (dünken)
  • Fǜchs (Füchse)
  • rǜtsche (rutschen)
  • fǜǜf (fünf)
  • Schlegḷ (Schlegel)
  • mièje (mähen)
  • sièje (sähen)
  • Hǜi (Heu)